[ Paul-Dessau-Schule Zeuthen - Schulprojekt Luigi Nono Schulwappen   G-0   


Birgit Wenk
Musikbetonte Gesamtschule
mit gymnasialer Oberstufe
"Paul Dessau", Zeuthen

Schulprojekt

"LUIGI NONO - IL CANTO SOSPESO"

Projektarbeit im Fach Geschichte


INHALT

1. Die Arbeit am Projekt ... 1 
2. Anhang ... 3
2.1. Dokumente und Materialen ... 3
2.2. Quellen- und Literaturverzeichnis ... 122

1. Die Arbeit am Projekt

Nach dem Beschluß im Herbst 1998, sich mit dem Werk „ Il Canto Sospeso“ des italienischen Komponisten Luigi Nono vertraut zu machen und ein interdisziplinäres Schulprojekt zu erarbeiten, sollte die Umsetzung der Ideen in verschiedenen Fächern erprobt und zunächst fachübergreifend in den Musikklassen der gymnasialen Oberstufe zur Anwendung gebracht werden. Im historischen Teil sollten folgende Schwerpunkte gesetzt werden:

  1. Der italienische Faschismus- Machtübernahme, Herrschaft und Symbolik
  2. Die Widerstandsbewegung
  3. Der Kommunismus in Italien- Italien in den 50/60iger Jahren
  4. Rechtsextemismus und Rassismus heute – Symbole und Erscheinungsformen
Auf eine Darstellung der Situation in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus sollte verzichtet werden, da die Schüler über Wissen aus der Sekundarstufe I verfügen.

In der Erprobungsphase sollten die Schüler wesentliche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Schwerpunkten in Form einer mehrstündigen Vorlesung erhalten. Im Anschluß daran war eine Auseinandersetzung und Diskussion der Problematik aus historischer und aktueller Sicht geplant. Aus Zeitgründen mußte sich die Vorlesung auf wesentliche Fakten und Zusammenhänge aus den gewählten Schwerpunkten beschränken.

Als Schwierigkeit für eine komplexe Darstellung erwies sich, daß nicht alle Teilnehmer am Projekt Geschichte in der Sekundarstufe II belegt hatten, so daß unterschiedliche Voraussetzungen bei den Schülern existierten.

Für eine noch effektivere Nutzung der Materialien wäre notwendig zu prüfen, ob der durchgehende Einsatz mit dem schulinternen Rahmenplan vereinbar wäre. Diese Entscheidung müßte von der Fachkommission Geschichte unter Berücksichtigung aller Kriterien, die im Zusammenhang mit dem Ablegen des Abiturs im Fach Geschichte verbunden sind, getroffen werden.

Die Nutzung der Materialien wäre so im Rahmen eines schulinternen Curriculums ( bezogen auf die Rahmenbedingungen eines dezentralen Abiturs im Land Brandenburg ) folgendermaßen möglich:

Rahmenthema 3:
Deutschland im 19.und 20.Jahrhundert
Kursthema:
Weimarer Republik und Nationalsozialismus (siehe Rahmenplan Geschichte Sek.II Brandenburg, S.49 )
1.Die Weimarer Republik
2.Der Nationalsozialismus
2.1.Exkurs: Faschismus in Europa
2.1.1.Der italienische Faschismus
2.1.1.1.Die Situation nach dem 1. Weltkrieg
2.1.1.2.Faschismusdefinition- Symbolik
2.1.1.3.Der Weg bis zur Machtergreifung
2.1.1.4.Der Marsch auf Rom
2.1.1.5.Die Sicherung der Macht
2.1.1.6.Die Widerstandsbewegung ( Resistenza ) – Die Rolle der einzelnen Parteien- Die Kommunistische Partei...

Die Abschiedsbriefe der antifaschistischen Widerstandskämpfer könnten hier weiter untersucht werden. Inwieweit es möglich wäre, die Situation in Italien nach 1945 und die Rolle der PCI exakt darzustellen, müßte den jeweiligen Bedingungen an der Schule angepaßt werden. Eventuell müßten diese Kenntnisse im Fach Politische Bildung vermittelt werden.

In jedem gewählten Fall sollte eine Auswahl getroffen werden. Das Material bietet eine Reihe von Varianten, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Quellen und Materialien zum italienischen Faschismus standen in großem Maße zur Verfügung, so daß eine Auswahl getroffen werden sollte. Hintergrund- informationen zum italienischen Widerstand erreichten nicht diese Breite und waren zum Teil in der Darstellung sehr widersprüchlich. Die Anlagen enthalten eine Auswahl des verwendeten Materials, die von den verschiedensten Schulbuchverlagen erarbeiteten Grundlagen sind im Unterricht sehr gut nutzbar. In der Diskussion mit den Schülern spielten Fragen zur Symbolik und zur Manipulation von Menschen eine große Rolle. Eine Auseinandersetzung mit der Rede von Martin Walser konnte aus Zeitgründen während der Erprobung des Materials nur im Geschichtskurs erfolgen. Diese Rede und Reaktionen darauf könnten verstärkt genutzt werden, um mit Schülern die Problematik der Vergangenheitsbewältigung zu diskutieren.

Einige Teilnehmer am Projekt hatten außerdem die Möglichkeit, an einer wöchentlichen Exkursion nach Auschwitz teilzunehmen. Diese Exkursion wurde durch die Konrad-Adenauer-Stiftung (Bildungswerk Potsdam) ermöglicht. Derzeit wird an einer Darstellung des Erlebten gearbeitet.

Insgesamt kann eingeschätzt werden, daß die historische „Einbettung“ in das Projekt unbedingt notwendig ist, um Hintergrundwissen für die Arbeit am und mit dem Video zu vermitteln. Für eine Diskussion sollte viel Zeit zur Verfügung stehen, um das Gehörte und Gesehene gemeinsam verarbeiten zu können. Die Schüler, die am Projekt teilnahmen und gleichzeitig das Fach Geschichte belegen, griffen bei der Behandlung des Nationalsozialismus in Deutschland auf ihr Wissen zum italienischen Faschismus zurück und ordneten Bilder aus dem Video und zur Musik von Nono historischen Ereignissen zu. Das Gespräch und die Auseinandersetzung mit der Problematik wird auch weiter gesucht.

Das Schulprojekt "Luigi Nono" bietet durch eine Zusammenarbeit der Fachbereiche Musik, Deutsch , Politische Bildung und Geschichte breit angelegte interdisziplinäre Einsatzmöglichkeiten und ergänzt den Videofilm und die künstlerischen Arbeiten von Studenten der Fachschule München.

Nachfragen zum Thema sind jeder Zeit möglich, viel Erfolg und gutes Gelingen.

→ Anhang

Hypertext: ©L Michael Klockmann